Stadt / Land / Plus - Enger, die menschenfreundliche Kommune

Die menschenfreundliche Kommune

ALBERT - Alzheimer Beratungsstelle Enger und GTE

Krankenhausbegleiter/innen für Menschen mit kognitiven Einschränkungen (Demenz) im Lukas Krankenhaus Bünde

-Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamt-

Das ehrenamtliche Projekt Kraftquellen in der Demenz mit der Alzheimer Beratungsstelle Enger und dem Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe Demenz möchte in Kooperation mit dem Lukas Krankenhaus Bünde einen kostenfreien Kurs für engagierte Bürgerinnen und Bürger zum Krankenhausbegleiter/innen ab Montag dem 20.11.2021 von 14.00 – 16.30 Uhr fortlaufend jeden weiteren Montag bis zum 13.12.2021 im Lukas Krankenhaus Bünde, für die Begleitung und Betreuung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen während ihres Krankenhaus-aufenthaltes, anbieten.

Für Menschen mit kognitiven Einschränkungen ist das Krankenhaus eine unbekannte Welt, die nach eigenen Gesetzen funktioniert. Hier ist alles darauf ausgerichtet, erkrankte Menschen möglichst zügig und effizient dem Genesungsprozess zuzuführen und ihn zeitnah in die häusliche Umgebung oder in eine Rehabilitationsmaßnahme zu entlassen.

Nicht zuletzt wegen der steigenden Lebenserwartung suchen heute immer mehr Menschen mit kognitiven Einschränkungen wegen einer notwendigen medizinischen Versorgung das Krankenhaus auf. Das Ausmaß der kognitiven Einschränkungen kann sehr verschieden sein –

* ein mit dem Alter einhergehender Hörverlust,
* zunehmende Seh- und Leseschwäche,
* abnehmende Mobilität,
* aber auch Gedächtnisstörungen,
* Orientierungsprobleme und vieles mehr.

All das kann kräftig mit den Realitäten des Krankenhauses kollidieren. Kommt dann noch neben der Krankheit eine Demenzerkrankung hinzu, gelingt die Bewältigung des Krankenhausaufenthaltes ohne hilfreiche Unterstützung durch Angehörige oder Freunde fast gar nicht mehr.
Oft stehen die Angehörigen durch ihre familiären Verpflichtungen nicht durchgehend zur Verfügung oder sind selbst auf Grund Ihres Alters nur eingeschränkt belastbar. Manche Patienten haben auch keine Angehörigen vor Ort, sei es, weil diese weiter entfernt wohnen oder kein Kontakt mehr gepflegt wird oder aber, weil sie zwischenzeitlich verstorben sind.

Viele der älteren Patienten erleiden zudem durch die Aufnahme ins Krankenhaus bzw. die Untersuchungen und operativen Eingriffe, Verwirrtheitsphasen. Oft tritt auch erst durch die stationäre Aufnahme die Demenzerkrankung zu Tage.

Das kann während des stationären Krankenhausaufenthaltes zu einer Überforderung führen mit dem Effekt, dass die Patienten

* sich in ihrem Verhalten nicht der Krankenhausroutine anpassen können,
* sich in ihrem kognitiven Status verschlechtern,
* an Selbständigkeit verlieren
* und länger in der Klinik bleiben müssen als Patienten ohne kognitive Einschränkungen.

Hier zeichnet sich ein Tätigkeitsfeld für engagierte Klinikbegleiter/innen ab. Sie sind freiwillige Begleiter „Nur“ für das geistige und seelische Wohlbefinden der Patienten unterwegs.
Ihre Aufgabe ist es, die Menschen mit kognitiven Einschränkungen in vielfältiger Weise während des Aufenthaltes im Krankenhaus mit tagesstrukturierenden Maßnahmen zu begleiten und zu unterstützen und somit stundenweise durch den Krankenhausalltag zu begleiten, und so Patienten und Angehörige zu entlasten.

Eine Auswahl an Tätigkeitsprofil:

Besuchen, Kleine Hilfen im Alltag, Zuhören, Gespräche führen, Hobbys und Interessen aufgreifen, Vorlesen, Spielen, Spazieren gehen, Gemeinsam Radio hören oder Musiksendungen sehen, gemeinsames Singen und Kontakt zu und Gespräche mit Angehörigen.

Gerade die in ihren kognitiven Möglichkeiten eingeschränkten Patienten sind darauf angewiesen, dass ihre Begleiter ein Gefühl dafür entwickeln, was sie in der konkreten Situation an Unterstützung benötigen, welche Bedürfnisse sie haben und wie man Ihnen helfen kann, alles das, was sie noch können, selbst zu tun. Sie haben die Muße, eine gute Beziehung zu den ihnen anvertrauten Menschen aufzubauen und ein offenes Ohr zu haben für ihre Sorgen, Nöte, Ängste und Wünsche – und auch die der Angehörigen.
Da es sich um eine ehrenamtliche Tätigkeit handelt, ist eine Aufwandsentschädigung von 12,50 €/Stunde vorgesehen.

Vor der Aufnahme Ihrer Tätigkeit auf der jeweiligen Station erhalten die interessierten Bürgerinnen und Bürger daher eine profunde Schulung als Vorbereitung auf ihre Tätigkeit. Für die Schulung konnten wir eine erfahrene und mit Kompetenzfähigkeit ausgestattete Fachfrau Frau Karin Alex gewinnen.

Das Ziel dieser Maßnahme:

Gemeinsam mit den Mitarbeiter/innen aus dem Krankenhaus sorgen sie durch ihre Zuwendung dafür, dass die Patienten besser gesunden können und in ihrer Alltagskompetenz gestärkt werden.
Dieses könnte ein weiterer Schritt auf dem „Weg zum demenzsensiblen Lukas-Krankenhaus“ sein.

Eine Anmeldung zur Schulung ist bis zum 17.09.2021 bei Karin Alex, Telefon 05221 – 66779 oder per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, erforderlich.

Karin Alex, Traugott Pfaff und Günter Niermann

 Neue Westfälische vom 08.09.2021

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